Tag fünf:

Der Blick heute aus dem Fenster ist nicht ganz nach Lukis Aussage "im Wallis ist es immer schön". Ausser natürlich man findet gefallen daran, im Nebel und Nieselregen zu biken.

Mangels Ideen und Alternativen - wir tuns trotzdem! Der oberschlaue Guide Mättu hats nicht gecheckt, dass die Bahnensaison erst in drei Tagen beginnt. So tuckern wir ab Verbier hoch auf den Croix de Coeur. Eine artistische Einlage Renés und viele Kafis, Ovos, Brownies später steuer wir bereits die nächste trockene Unterkunft an, die SAC-Hütte Mont Fort.

Irgendwo dazwischen befinden sich die Einstiege des Downhillgebiets Verbier BikePark. Gewisse Herren (B.S. & R.S. & Ch.S) können der Versuchung nicht wiederstehen und zweigen ab. Lasst es rocken, Jungs - bis die Reifen brennen;-)

 

Die fünf Übriggebliebenen müssen sich erst noch ihre nächste warme Mahlzeit abverdienen. Am schnellsten geht das auf einer Skipiste in umgekehrter Richtung mir meterbreiten Querrinnen gespickt. Nicht wahr?

Aber auch uns lockt die Freeridepiste (die flowige Blaue). In kürzester Zeit haben wir die Höhenmeter vernichtet und das Gewicht unserer Bikes verdoppelt. See u in the Dirt.

Tag vier:

Noch immer ganz mitgenommen vom gestrigen Tag nehmen wir heute den Col de Mille unter die Räder. Heute heisst es erstmals runter ins Tal (Singletrail, was den sonst?) und dann Asphalt, Forstweg, Alpweg, Wanderweg. Das alles liegt zwischen 800 und fast 2500 müM. Ohne Schnee, versteht sich.

 

Nach der Stärkung in der lautesten SAC-Hütte, die ich kenne, folgt ein technischer Trail, der dem Berg alle Ehre erweist: Col de Mille heisst zu deutsch tausend mal absteigen, schieben, tragen, aufsteigen, schieben, tragen, etc.

Verwöhnte Engel&Bengel wie wir sind, findens nur mittelprächtig.

Tag drei:

Die Wolken von gestern verziehen sich nur zaghaft und geben einen Blick auf die überzuckerten Berggipfel frei. Der Guide aber sorgt dafür, dass die motivierten BikerInnen schon bald ins Schwitzen geraten - tolle Routenwahl, Mättu!

Nach einem langen Aufstieg wird es langsam zur Gewissheit: Der Schnee liegt noch grosszügig ab 2500müM. Sehr grosszügig. So grosszügig, dass statt der letzten 100hM, die letzten 500!hM getragen und gestossen werden muss. Der Gipfelsturm entwickelt sich immer mehr zur physischen Herausforderung. Noch nie im Leben sind wir so steil den Berg hochgekrochen (und das mit einem Bike auf den Schultern.)

Auf dem Becs de Bosson angekommen, mussten abermals Schneefelder durchquert und eine Felspartie erklommen werden bis dann die rettende SAC-Hütte vor uns stand - geschafft!

 

Nach der besten aller Suppen schockierte uns der Hüttenwart erneut: mindestens weitere 45min müssten wir unsere Bikes durch den Schnee schleppen. Er (oder unser Französischverständnis) hat sich Gottlob getäuscht.

 

Was nun folgt kann nicht mehr in Worte gefasst werden. 2700hM tiefer im Tal in Sion sitzen wir in einer Pizzeria und können es kaum fassen. The Argentinian. Der beste Tag in meinem Bikeleben.

Tag zwei:

Der Wetterbericht für heute Sonntag verhiess nichts Gutes: Regen, Regen und noch mehr Regen, dazu Temperaturen in der Höhe von 5 Grad. 

Den legendären Brasilianer rocken oder doch lieber eine Sightseeingtour in Grimentz machen. Für Bidu keine Frage. Und auch Andrea, René S. und Mättu zogen sich warm an und zogen los:

Ist also dieser Brazilian wirklich der beste Trail der Schweiz. Um diese Frage zu beantworten nahmen die Vier einige Strapazen auf sich. Nieselregen, Graupelschauer, Windböen und klamme Finger. Und - sie wurden fürstlich belohnt.  Ein nie Enden wollender Trail von 2500muM bis 600muM. Gigantisch. Wahnsinnig. Episch. Geil!

 

Dafür greifen die Daheimgebliebenen dann morgen um so energischer an. Sie haben sich einen Ruhetag gegönnt und werden auf dem Argentinian nicht zu bremsen sein.

Tag eins:

Schon die ersten Meter unserer Sommertour Ausgabe Vierzehn lassen unsere Singletrail-Herzen höher schlagen. Klasse Einstieg. Dann ein langer Aufstieg zum Hotel Weisshorn und dann: EIN WAHNSINNS-TRAIL ÜBER VIELE KILO- UND HÖHENMETER. Mal knifflig, mal flowig, mal ruppig. Genuss bis zum Abwinken. Kann das noch besser werden?